OG 1 bei Lift Karajan / Werner Schnelle

Light Works. Gelatine Silver Print.

Werner Schnelle interessiert sich für das Wesen der Gegenstände und für fotoimmanente Fragestellungen, die das Medium der Fotografie selbst thematisieren. Das Arbeiten mit Licht, mit den Eigenschaften von Lichtquellen und deren Spuren im dunklen Raum führt zu seinen Serien der „Light Works“ und der „Optical Works“; hier verwendet er Rasterformen, Mehrfachbelichtungen, Spiegelungen und bewegliche Pendelkonstruktionen für seine Aufnahmen.

Schnelles fotografisches Oeuvre zeichnet sich durch einen experimentellen Charakter und eine konkrete Handschrift aus. Licht, Raum und Zeit bilden dabei die Konstanten in einem intensiven Schaffensprozess, der zwischen Versuch und Kalkül changiert. Seine Themen sind die Grundelemente aller fotografischen Prozesse: belichtete Oberfläche, die chemischen Mittel der Fotografie, der Faktor Zeit, die angehaltene Bewegung und die Konstruktion von Raum aus diesen Elementen, die in Verbindung mit dem Einsatz der Großbildkamera eine besondere Detailgenauigkeit und eine vielfältige Lichtabstufung erlauben.

Vornehmlich in der Bildsprache der Schwarz/Weiß-Fotografie, im direkten Fotogramm- oder Chemiegramm-Verfahren oder im negativlosen Polaroidfoto liegen die Stärken der Atelierfotografie von Werner Schnelle.

Margit Zuckriegl