Vor Massageraum / Zimmer 201 + 202 / Alois Mosbacher


Alois Mosbachers figurative Malerei beschäftigt sich in den 1980er Jahren hauptsächlich mit Darstellungen von Pflanzen und Tieren. Im Laufe der Zeit hat er sich ein Repertoire von unterschiedlichen Sujets und Formen angeeignet. So widmet er sich etwa in den 1990er Jahren der Darstellung von Hühnern und nach 2000 entsteht eine ganze Serie von Hundebildern mit besonders ausdrucksstarken und berührenden Tiergesichtern, worin sich vor allem eine der malerischen Qualitäten des Künstlers deutlich zeigt. Dabei dienen die Tiere ausschließlich als Vorwand für die Malerei, es geht Mosbacher nicht um psychologisierende Portraits, er nähert sich den Tieren in seiner Malerei ganz unverstellt.
In seinem Werkblock „Out There“ (ab 2002), der über achtzig Bilder umfasst, widmet er sich dem Thema des Waldes, der hier zum Raum für Außenseiter, Abenteurer und Ausgestoßene wird. Der Wald dient als Tatort und Kulisse zugleich. Unheimliche Wanderer, eine verlassene Hütte oder eine einsame Lichtung sind Motive, mit denen Mosbacher in seinen Bildern spielt und die im Gegensatz zu der seit der Romantik etablierten Idee von Wäldern als melancholisches Idyll stehen. Sie sind bei Mosbacher Synonym des Unerforschten, Angst machenden und Dunklen. Requisiten der Zivilisation, etwa vergessene Reisetaschen oder ein mit Laub bedecktes, abgestelltes Auto, verstärken diese Stimmung.

Der Künstler spielt mit verschiedenen Realitäten. Manchmal wird die Fortsetzung eines Astes über zwei Bilder geführt, dann wieder endet er abrupt an der Bildkante. Die narrativen Szenen erinnern an Video- oder Live-Rollenspiele, in denen der Ablauf der Geschichte selbst bestimmt werden kann. Mosbacher sucht sich heute sein Material auf der Navigationsplattform des World Wide Web. Dort findet er Bilder, die als Bausteine für eine mögliche Erzählung herangezogen werden können. Er legt davon ein Archiv an, das er jederzeit als Unterlage für ein Bild sichten kann. Danach übersetzt er das gewählte Motiv in Malerei.